Gemeindeheimat- und Schützenbund Jüchen
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St. Sebastianus Schützenbruderschaft Aldenhoven 1506 e.V.

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Portrait der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Aldenhoven

Für das Gründungsjahr der Bruderschaft können sichere Daten nicht ermittelt werden. Es darf aber mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sie im Jahre 1475 entstanden ist. Aus dem Register des Nikolausklosters geht hervor, dass im Jahre 1475 außergewöhnlich viele Menschen an der Pest gestorben sind. In dieser Zeit verbanden sich die wehrhaften Männer zu Bruderschaften und stellten sich unter den Schutz des hl. Sebastian. Sie bewachten die entvölkerten Ortschaften und begruben die an der Pest verstorbenen Gemeindemitglieder.

 

Erste Schriftstücke der St. Sebastianus Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck  tragen die Jahreszahl 1506. In ihr waren die Orte Aldenhoven, Bedburdyck, Damm, Rath, Stessen und Wallrath zu einer Bruderschaft vereinigt. Sie war eine vorwiegend katholische Einrichtung. So hatten die Mitglieder auf Christi Himmelfahrt und am Pfingstmontag die Pflicht, die feierliche Prozession in den Orten Bedburdyck und Hemmerden zu begleiten. Ebenso galt es als Pflicht, dem Messopfer am Sebastianustag beizuwohnen. Unentschuldigtes Fernbleiben wurde mit einer Strafe belegt. Außerdem hatten die Mitglieder die Pflicht, einem verstorbenen Mitbruder das letzte Ehrengeleit zu geben.

 

An  wichtigen Vorkommnissen, wie der Einführung eines neuen Pfarrers oder bei Hochzeits- und Begräbnisfeierlichkeiten des regierenden Grafen zu Dyck, wirkte die Bruderschaft aktiv mit. Auch in sozialer Hinsicht erstrebte sie edle Ziele. In Not geratene Mitglieder erhielten aus der Kasse der Bruderschaft eine finanzielle Unterstützung.

 

Die Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck erfreute sich eines hohen Ansehens. Adlige und andere hochgestellte Personen ließen sich in das Mitgliederverzeichnis eintragen. Der Protektor der Bruderschaft war der jeweils regierende Graf zu Dyck, als Landesherr. Dieses Amt ist bis zum Tode von Fürstin Cecilie durch die Grafen und Fürsten Salm-Reifferscheidt ausgeübt worden. Sie übernahm diese Aufgabe nach dem Tode des Fürsten  Franz  Josef im Jahre 1958, der im übrigen auch zum ersten Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften im Jahre 1928 gewählt wurde. Er übernahm das Amt bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten 1936 und weiter nach dem Krieg bis zu seinem Tod 1958.

 

In den mehr als 475 Jahren hat den Grafen und Fürsten Salm-Reifferscheidt zu Dyck stets das Wohl der Bruderschaft am Herzen gelegen. Diese hat ihnen viel zu verdanken.

 

Ein Höhepunkt in der Geschichte der Bruderschaft war die Feier des 400- jährigen Bestehens vom 29.06. - 01.07.1906. Bei der Parade in der Buchenallee von Schloss Dyck wirkten 15 auswärtige Bruderschaften mit.

 

Die Durchführung von  Schützenfesten in der Bruderschaft war stets mit großen Strapazen verbunden. 1930 klagt der Schriftführer Hambüchen: "Die Teilnahmslosigkeit innerhalb der Bruderschaft ist nie so stark gewesen wie jetzt. Warum sind die Brüder nicht mehr für ein Schützenfest zu begeistern? Allenthalben in der Umgebung sind Schützenfeste, nur hier nicht. Brüder besinnt Euch!"

 

Nach dem zweiten Weltkrieg regte sich bald wieder neues Leben in der Bruderschaft. Die erste Generalversammlung fand am 29.06.1946 in Aldenhoven statt. Die Begeisterung war anfänglich groß. Es bestand jedoch keine Neigung ein gemeinsames Schützenfest zu feiern. Erster König nach dem Kriege wurde 1950 Bürgermeister Willi Marx. In den folgenden Jahren wurde das Verlangen wieder ein Schützenfest zu feiern, stärker. Vor allem sollte das 450-jährige Bestehen der Bruderschaft in althergebrachter Weise gefeiert werden. So konnte die Bruderschaft vom 30.06.- 02.07.1956 in einem glanzvollen Rahmen ihr Jubiläum feiern. Zehn auswärtige Bruderschaften und Schützenvereine nahmen unter Beteiligung einzelner Züge aus Aldenhoven, Damm, Rath und Wallrath an der Parade teil.

 

Schon in den nächsten Jahren erlahmte wieder jegliches Interesse im herkömmlichen Sinne.  1958 wurde das letzte Schützenfest unter Beteiligung der gesamten Bruderschaft gefeiert. König war damals Willi Esser aus Rath. Mit dem Omnibus fuhren die Schützen aus Damm und Aldenhoven nach Rath zur Königsparade.

 

Auf der Generalversammlung am 18.01.1959 stellte Aldenhoven den Antrag, ein eigenes Schützenfest innerhalb der St. Sebastianus Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck zu feiern. Den Aldenhovener Sebastianern wurde auch gestattet, das Königssilber und die Bruderschaftsfahne zu benutzen. Mag es die Freude am bunten Rock gewesen sein, oder das Verantwortungsbewusstsein vieler, die bisher abseits der Bruderschaft standen - das Aldenhovener Regiment wuchs zu einer Größe an, mit der vorher niemand gerechnet hatte. Erster König der Sektion Aldenhoven wurde Jean Pfeiffer. An dem Schützenfest nahm auch der damals amtierende Bundeskönig Siegfried Werner aus Neuenhausen teil.

 

An den Schützenfesten in Aldenhoven nehmen seither die Vorstandsmitglieder aus Bedburdyck, Damm, Rath, Stessen und Wallrath teil. Auch die Ehrung aller Jubilare wird in Aldenhoven vorgenommen.

 

Was als ein Versuch 1959 gestartet wurde, ist seit dem ein fester Bestandteil im Jahresablauf in Aldenhoven. Das Schützenfest der St. Sebastianus Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck findet in Aldenhoven statt. Die Könige aus den übrigen Orten sind stets in Aldenhoven zu Gast, und Aldenhoven erwidert gern diese Besuche.

 

Im Jahre 1981 organisierte die Bruderschaft Aldenhoven das 475. jährige Jubiläumsfest und stellten mit Edgar und Gertrud Griese auch das Jubiläumskönigspaar, zu dem die umliegenden Vereine und Bruderschaften herzlichst eingeladen wurden und rege teilnahmen. 

 

Im Jahre 1982 wurde die Neugründung des Vereins beschlossen. Der neu gegründete Verein heißt: “St. Sebastianus Schützenbruderschaft der Pfarre Bedburdyck in Aldenhoven 1506 e.V.”.

 

Als nun eigenständige Bruderschaft sind die Aldenhovener Sebastianer auch im Bezirksverband aktiv. Mit Gottfried und Anna Thießen, 1969, Werner und Christel Mausberg, 1978, Hans-Josef und Petra Görgemanns, 1993, Ulrich und Elisabeth Schneider, 1998, und Gerd und Erika Jansen im Jahre 2001 stellte die Bruderschaft Aldenhoven eine Vielzahl von Bezirkskönigspaaren.

 

Mit einem reichen Erfahrungsschatz aus eigener Vereinsgeschichte waren und sind bis heute mehrere Mitglieder der Bruderschaft im Bezirksverband bemüht, die Ziele um Erhaltung und Förderung althergebrachten Brauchtums zu verwirklichen. Derzeit stellt die Aldenhovener Bruderschaft mit Stefan Giesen den Bezirksjungschützenmeister und mit Detlef Schippschak den stv. Bezirksgeschäftsführer.

 

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft der Pfarre Bedburdyck in Aldenhoven 1506 e.V.  hat sich nicht nur der Brauchtumspflege in Aldenhoven verschrieben, sondern steht auch für ihre Ideale Glaube, Sitte und Heimat ein.

 

So feiern sie nicht nur alljährlich das traditionelle Schützenfest in Aldenhoven, die Messe zu Ehren des Schutzpatrons im Januar, die Fronleichnamsprozession oder wirken bei der Kranzniederlegung am Volkstrauertag aktiv mit, sondern sind mit einer ganzen Reihe von Aufgaben im Dorf präsent, um das Miteinander im Dorf aktiv zu halten. Neben dem monatlichen Seniorenkaffee, bei dem die Bruderschaft alle Senioren zum gemütlichen Kaffeetrinken einlädt, führen sie auch den monatlich stattfindenden Bruderschaftstag durch. Aber auch das Anfang Mai stattfindende  Frühlingsfest, die Senioren-Weihnachtsfeier sowie die jährliche Wallfahrt der Bruderschaft gehören zu den Aktivitäten der Bruderschaft.

 

Darüber hinaus sind die Sebastianer bemüht, den Ort soweit möglich mitzugestalten. So wurde im Jahre 2000 die alte Schule in Aldenhoven von der Gemeinde übernommen und seitdem von der Bruderschaft gepflegt und verwaltet. Im Jahre 2001 wurde ein Grundstück von der Gemeinde übernommen und umgestaltet, um dort einen Schützenbaum zu errichten. Im Jahre 2004 wurde dann auf Antrag der Bruderschaft der Platz in St. Sebastianus Platz umbenannt.

 

Im Jahre 2006 konnte die St. Sebastianus Schützenbruderschaft der Pfarre Bedburdyck in Aldenhoven 1506 e.V. ihr 500. jähriges Jubiläum feiern. Durch den Vorstand der Bruderschaft und einem speziell für die Vorbereitung dieses Festes gegründeter Festausschuss wurde das Jubiläumsjahr vorbereitet. Jubiläumskönigspaar waren Karl-Josef und Heike Stüttgen. Karl-Josef Stüttgen konnte sich beim Königsvogelschuss, bei dem nicht weniger als sieben Schützen der Bruderschaft um die Königswürde rangen, durchsetzten.

 

Mit Omnibussen wurde anlässlich des Festkommers am 08.07.2006 die Schützen und die Aldenhovener Bevölkerung zur Kirche nach Bedburdyck gefahren, wo die Sebastianusschützen die hl. Messe unter Leitung von Präses Ulrich Clancett feierten und am Ehrenmahl mit einem großen Zapfenstreich einen Kranz auf dem Bedburdycker Friedhof niederlegten. Im Anschluss  fand ein Umzug durch Aldenhoven statt, um dann die Festkommersgäste im Festzelt auf dem St. Sebastianus Platz begrüßen zu können.

 

Neben den Gästen aus den benachbarten Ortschaften und den Bruderschaften aus dem Bezirksverband Grevenbroich konnte Präses Ulrich Clancett, der durch das Festprogramm führte, Präsident Ulrich Schneider, die Protektorin, Marie Christine Gräfin Wolff Metternich Altgräfin zu Salm Reifferscheidt Dyck, die Bürgermeisterin der Gemeinde Jüchen, Margarete Kranz, Stv. Landrat des Rhein-Kreises Neuss, Dr. Hans-Ulrich Klose, den Stv. Bezirksbundesmeister des Bezirksverbandes Grevenbroich, Michael Pfankuch, den Diözesanpräses Reinhold Steinröder sowie den Bundesschützenmeister Heinzgerd Dewies, als Festredner begrüßen. Zum Jubiläumsfest, das vom 14.07.–18.07.2006 gefeiert wurde, waren neben den benachbarten Ortschaften Bedburdyck-Stessen, Rath-Wallrath, Damm und Gierath-Gubberath, auch die Bruderschaften des Bezirksverbandes Grevenbroich Mitte mit den ihr angeschlossenen Bruderschaften eingeladen. Darüber hinaus hatte sich das Kaiserpaar aus Hückelhoven Baal angekündigt. Mithin nahmen am Jubiläumsumzug elf Königspaare und ein Kaiserpaar mit den jeweiligen Vorständen und deren Gefolge an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil.

 

Das Protektorat zum Jubiläumsfest übernahm zur Freude der Bruderschaftler die Tochter des Fürsten  Franz  Josef zu Salm Reifferscheidt Dyck Marie Christine Gräfin Wolff Metternich Altgräfin zu Salm Reifferscheidt Dyck.

Aldenhoven

Erstmals  wird Aldenhoven am 29.10.1334 erwähnt. Damals nannte es sich noch Alterhof und bestand nur aus einem großen Bauernhof mit vielen Hektar Land. Grundbesitzer waren die damaligen Herrschaften von Schloss Dyck. Einerseits gehörte der Ort Aldenhoven immer schon zur Pfarrgemeinde St. Martinus Bedburdyck. Anderseits gab es ebenso lange schon eine sehr enge Bindung an das nahe gelegene Schloss Dyck und seinen Herren.

 

Das alleine ergab sich schon aus der räumlichen Nähe. Die Hofbeamten, die nicht auf dem Schloss wohnten, siedelten sich in Aldenhoven an. Aus den vielen Hektar Ackerland wurde nach und nach Bauland und Aldenhoven entwickelte sich langsam zu einem kleinen eigenständigen Dorf.

Die Einwohnerzahlen stiegen stetig an. 1875 waren es 294 Einwohner, 1903 waren es bereits 369 Einwohner und heute zählt Aldenhoven rund 800 Einwohner.

 

Aldenhoven gehört bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 zur Gemeinde Bedburdyck. Mit der kommunalen Neugliederung wurden die vier Altgemeinden Bedburdyck, Garzweiler, Hochneukirch und Jüchen aufgelöst und zur Gemeinde Jüchen zusammengefasst. Die Gemeinde Jüchen, die zum Kreis Neuss gehört, besteht aus insgesamt 30 Ortslagen und vielen Kleingehöften, die außerhalb von Ortschaften liegen.  Aldenhoven ist mit seinen rund 800 Einwohnern, neben Hochneukirch, Jüchen, Garzweiler, Otzenrath, Gierath und Bedburdyck der siebtgrößte Ort der Gemeinde Jüchen.

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